Das Kloster Ettal, eine der bedeutendsten Benediktinerabteien Bayerns, wurde 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayer im malerischen Ammertal gegründet. Legenden zufolge wählte er den Ort, nachdem sein Pferd dort dreimal niederkniete, und brachte eine Marienstatue aus Pisa mit, die als „Unsere Liebe Frau Stifterin“ bis heute verehrt wird. Im 14. Jahrhundert entstand eine gotische Zentralbau-Kirche, die 1370 geweiht wurde, doch das Kloster blieb zunächst bescheiden. Erst Ende des 17. Jahrhunderts blühte es unter Abt Placidus II. Seitz auf: Die Anlage wurde barockisiert, eine Ritterakademie gegründet, und es avancierte zu einem Wallfahrts- und Bildungszentrum. Ein verheerender Brand 1744 zerstörte große Teile, doch der Wiederaufbau schuf die prächtige barocke Basilika mit ihrer 52 Meter hohen Kuppel und der berühmten Rokoko-Sakristei. Die Säkularisation 1803 brachte das Ende, bis Mönche aus Scheyern 1900 das Kloster wiederbelebten und 1905 Gymnasium sowie Internat eröffneten.